Der Psalm, die vergessene literarische Gattung

Ein Text von PAUL KONRAD KURZ aus dem Jahre 1978

An einem Tag, an dem «kein Krieg ausgebrochen, keine neue Diktatur errichtet, keine besonders krasse Schweinerei in Politik und Wirtschaft aufgerichtet worden ist», an einem solchen «Normal- und Halbundhalbtag» stimmt Harry Haller in Hesses «Steppenwolf»-Roman (1927) «die Saiten seiner verrosteten Leier zu einem gemäßigten, einem leidlich frohen, einem nahezu vergnügten Dankpsalm». Die Fähigkeit der Zustimmung zum Leben, die Hoffnung auf Zukunft sind ihm abhanden gekommen. Der Zustand der Welt und der eigenen Psyche erlauben solche Gefühle nicht. Der «Halbundhalbmensch». singt an einem beinahe schmerzfreien Tag seinem «Zufriedenheitshalbundhalbgott». Die sprachliche Ironie benennt den Mangel an Ganzheit. Ein steppenwölfisch gebrochenes, ironisch formuliertes «Aus der Tiefe rufe ich» sucht sein Gegenüber in einem «gedämpften Psalm». Sprechrichtung und Horizont des Psalms gehören noch immer zu den Möglichkeiten des zeit- und ichkranken Harry Haller. Der Nihilismus Nietzsches hat sein Bewußtsein nicht überflutet. Er erinnert später eine «Tür zum Jenseits» und «Gott an der Arbeit».
Ein ganz abschlägiges Verhältnis zum Psalmensingen und der transzendierenden Hoffnung der Psalmen notiert Gottfried Benn nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Gedicht «Teils teils» spricht das lyrische Ich zweimal «Sela, Psalmenende». Der Verstext evoziert Erinnerungen an das Elternhaus, an den Garten in polnischem Besitz, an Gräber an der Oder-Neiße-Grenze. Diesem Andenken können keine Psalmen mehr helfen. Für den Mediziner Benn war trotz pfarrlichen Elternhauses kein göttliches Du erkennbar, für den nachgeborenen Nietzscheaner kein Sinn der Geschichte. Die Zeit der Psalmen ist vorbei. Es gab keine Gemeinschaft, die sich bittend, klagend, lobend zu Gott versammelte. Den Verlusten von Heimat und Geschichte, von Natur und naturrhythmischer Zeit, von Mythos und Religion sah sich das ver-einsamte Ich ohne Hoffnung ausgeliefert. Deshalb das «Verlorene Ich», Benns Nachkriegsbotschaft der «Statischen Gedichte».
Auch in der «Gruppe 47» sang man keine Psalmen. Den Heimkehrern hatte es die psalmisti-sche Stimme verschlagen. Da war «kein Vater, der den verlorenen Sohn erwartet» (Wolfgang Bächler). Zwanzig Jahre später waren die Söhne der Heimkehrer nicht nur literarisch mündig geworden. Aber «die Kinder von Marx und Coca Cola» sangen ebenfalls keine Psalmen. Die marxistische Revolution und der amerikanische Materialismus brauchen (in Europa) keine lyrischen Gebete. Im literarischen Feuilleton kommt der Psalm seit Jahrzehnten nicht vor.

Der Sozialist in der Zelle
Aus einer anderen Tradition stammt Manes Sperber, Aufgewachsen in einem galizischen Dorf vor dem Ersten Weltkrieg, regten sich ihm früh Zweifel gegenüber der Vorstellung vom fürsorgenden jüdischen Gott, der die Frommen beschützt. Der Geist der liturgischen Worte erreichte ihn an den Sabbatfeiern nicht mehr. Rückblickend berichtet er aber in seiner Auto-biographie «Die Wasserträger Gottes» (1974): «Ich habe viele Psalmen geliebt und in der Tat nie aufgehört, sie zu singen.» Als sozialistischer Jude saß Sperber im Frühjahr 1933 in Berlin im Gefängnis. Vom Abendappell der Wachmannschaften drang das Horst-Wessel-Lied in seine Zelle. Seine Ohnmacht bäumte sich auf. Da kam «wie von außen ein Psalm über die Lippen: ‹Nicht uns, nicht uns erweise die Ehre, sondern tu‘s um Deiner Gnadenhaftigkeit und um Deiner Wahrheit willen. Warum sollen die Heiden höhnen: ,Wo ist denn ihr Gott?‘ Unser Gott aber ist im Himmel wie auf Erden; was er will, das vollbringt er.›» Sperber erzählt, wie er über sich erstaunt war. Dann aber habe er in jener Nacht alle Psalmen, die er auswendig kannte, leise vor sich hingesungen. Die «jungen Männer im Feuerofen» der Sozialist in der Zelle.
Wo in unserem Volk leben die Psalmen? Bei ein paar Mönchsgemeinden? Im reformatori-schen Kirchenlied? Wer außer einem gelegentlichen Auftragsübersetzer beschäftigt sich noch mit dieser abgestorbenen literarischen Gattung? Ein deutscher Germanistikprofessor, der 1967 im «Reallexikon der deutschen Literatur» den Artikel «Psalmendichtung» schrieb, erwähnt für das zwanzigste Jahrhundert nur noch die Psalmenübersetzungen Martin Bubers, Romano Guardinis und die Psalmlieder Rudolf Alexander Schröders in der Tradition von Paul Gerhardt.
In der deutschen Sprachgeschichte seit der Reformation gehörte der Psalm zu den stärksten, auch wirksamsten literarischen Gattungen. Die Psalmendichtung wurde in der Aufklärung zurückgedrängt, zeitigte zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch Brentanos «Frühlingsschrei eines Knechts aus der Tiefe» und Droste-Hülshoffs geistliche Gedichte. Erst in der Gründer-zeit verstummte der Psalm in der deutschen Literatur gänzlich. Unerwartet sprang er zu Be-ginn dieses Jahrhunderts im deutschen Expressionismus bei literarisch weit auseinander-liegenden Autoren auf: bei Else Lasker-Schüler, Ernst Stadler, Rene Schickele. bei Georg Trakl, Kurt Heynicke, Franz Werfel. Die damals neu entdeckten freien Rhythmen, die be-kenntnishaft expressive Sprechhaltung kamen der Psalmform entgegen. Die Vergeistigung der Materie, die göttliche Qualität des Worts, die transzendierende Aufhebung der Welt, die große Bruder- und Du-Suche gerieten in die Nähe einer psalmistischen Sprechhaltung. Von den formalen Möglichkeiten des Psalms der rhythmischen Freiheit, den großen Bildern und Satzbogen angetan, notierte Bert Brecht am 21. August 1920 im Tagebuch: «Ich muß noch einmal Psalmen schreiben, das Reimen hält zu sehr auf.» Im ersten (Anti-)Psalm der «Haus-postille» schreibt er den ironischen Vers: «Der warme Wind bemüht sich noch um Zusam-menhänge, der Katholik.»

Hinter sieben Siegeln
Der Psalmenstrom, vor allem der jüdischen Dichter, von Lasker-Schüler über Wolfskehl, Gertrud Kolmar, Yvan Goal durchströmte sogar das schreckliche Reich und den Zweiten Weltkrieg. Nelly Sechs, Arnold Schönberg, Paul Celan haben während der Jahre der Gruppe 47 Psalmen geschrieben. Die andere, die vergessene Tradition. Dutzende von Psalmen von deutschsprachigen Autoren in den fünfziger Jahren bei Thomas Bernhard, Heinz Piontek, Ingeborg Bachmann, Christine Lavant. Die Schwierigkeiten der Psalmisten in dieser dritten Phase der Aufklärung sind beträchtlich. Marie Luise Kaschnitz schreibt im «Tutzinger Gedichtkreis» (1957):
Die Sprache, die einmal ausschwang, Dich zu loben,
Zieht sich zusammen, singt nicht mehr
In unserem Essigmund. Es ist schon viel,
Wenn wir die Dinge in Gewahrsam nehmen,
Einsperren in Kästen aus Glas wie Pfauenaugen
Und sie betrachten am Feiertag.
Irgendwo anders hinter sieben Siegeln
Stehen Deine Psalmen neuerdings aufgeschrieben.
Landschaftaus Logarithmen, Wälder voller Unbekannter,
Wurzel der Schöpfung, Gleichung Jüngster Tag.
Mit denen, die Dich auf die alte Weise
Erkennen wollen, gehst Du unsanft um,
Vor Deinen Altären läßt Du ihr Herz veröden,
In Deinen schönen Tälern schlägst Du sie
mit Blindheit …
Du willst vielleicht gar nicht, daß von Dir die Rede sei,
Einmal nährtest Du Dich von Fleisch und Blut,
Einmal vom Lobspruch. Einmal vom Gesang
der Räder. Aber jetzt vom Schweigen…
Der Berner Ernst Eggimann beginnt seine 23 Psalmen:
ich kann nicht beten nein nicht beten
trotz des Lärms der immer noch gemacht wird
in kathedralen radio rom pharisärten lehrstühlen
ich kenne ihn nicht zu dem man mit antennen betet
in jeglichen wellenband
und ich bete nicht zu ihm nein vielstimmig mit den lautsprechern
kenne ihn nicht aus ausgeglaubten worten.
dialektisch dogmatisch oder im herzton –
kaum aus der bibel
kenne ihn nicht von den christen und
ihrer gemeinen gemeinschaft einzig vollkommen noch
auf dem friedhof
das ewige leben versichert in den meinen
wo sind wohl die zwei oder drei sind
du mitten unter ihnen
ich bete nicht nein ich schweige
schweige dich an
der du das alles geschehen läßt in deinem namen
Mit Eggimann sprechen in den sechziger Jahren Psalmen Kurt Marti, Rudolf Otto Wiemer, Armin Juhre. Im andern Teil Deutschlands haben Peter Huchel und Reiner Kunze Psalmen geschrieben. In den siebziger Jahren finden nachdem des jüdische Psalmenstrom deutscher Zunge erstorben ist zahlreiche Christen neu zum psalmistischen Wort: Eva Zeller und Dorothee Sölle, Wilhelm Willms und Stephan Reimund Senge, Detlev, Block und Helga Piccon-Schultes. Meditationspsalmen, Individualpsalmen, gesellschaftskritische Psalmen, sogar Naturpsalmen, De-profundis-Schreie und das Lob Gottes aus der Wegwerfwelt, dazu viele, viele Psalmen «am Rand» von Hans Magnus Enzensberger bis Friedericke Mayröcker.

Mutterboden der Palmodie
Das griechische Wort «psalmos», das in der Septuagintäübersetzung des Alten Testaments das Wort «mizmôr» wiedergibt, bedeutet das Zupfen des Psaltärions und das von diesem Saiteninstrument begleitete Lied. Aussage, Sprechhaltung und Adressat waren durch den monotheistischen Jahweglauben bestimmt. Lob und Dank als Ausdruck des Wohlbefindens, als verbalisiertes Bewußtsein des Angenommenseins; Klage und Bitte als Ausdruck der Not, Verlassenheit, des Ausgeliefertseins prägten die Hauptgattungen der Psalmen: Hymnen und Klagelieder. Die Hymnen besingen das Walten Jahwe in der Schöpfung und in der erinnerten oder erfahrenen Heilsgeschichte. Die Klagelieder formulierten kollektive Bedrängnisse und individuelle Leiden (von Verfolgung und Unrecht bis Krankheit und Schuld, Mutlosigkeit und Todesfurcht). Später unterscheidet man prophetische Psalmen, eschatologische Psalmen über das Erscheinen eines zukünftigen Messiaskönigs, Lehr- und Weisheitspsalmen über rechte und falsche Lebensweise. Als religiöse Hymnen und Gebete waren sie in der alt-orientalischen Umwelt nichts Einmaliges. Wer einmal im «Ägyptischen Totenbuch» (Texte, die im 7. und 6. vorchristlichen Jahrhundert gesammelt wurden) gelesen hat, stellt überrascht die Ähnlichkeit mit den hebräischen Psalmen fest.
Heil dir, Gott, du großer, der Wahrheit-Gerechtigkeit Meister,
Du mächtiger Herrscher! Nun tret ich vor dich! Laß
Deine strahlende Schönheit mich schaun!…
O du, geistig Wesen, das du mit großen Schritten vorrückst
Und in Heliopolis auftauchst, erhöre mich!
Ich habe nie als Gottloser gehandelt!
O du, geistig Wesen, das du in Kher-Aha erscheinst
Und dessen Arme von einem flammenden Feuer umringt sind
Ich habe nie grausame Gewalttaten verübt!
Mutterboden aller orientalischen und biblischen Psalmodie ist der Kult. Psalmen sind eine Antwort auf die Erfahrung des Göttlichen, Suchworte nach Gott in archaischer Not und my-thisch gebundenem Urvertrauen. Sie erzählen Heilserfahrungen im Umgang mit dem ver-bündeten Gott. Sie sprechen gegen die bitteren Jetzterfahrungen von zukünftigem Trost. Indi-rekt verhandeln die Psalmen das Selbstverständnis des jüdischen Volkes, das Bild vom Men-schen, der sein Bewußtsein radikal an Jahwe angebunden weiß. Die Möglichkeit, daß es ein Leben oder eine Geschichte ohne Jahwe geben könnte, war nicht denkbar. Ebensowenig denkbar war die Trennung von Naturgeschehen und menschlicher Geschichte, die dem neu-zeitlichen Denken selbstverständlich wurde. Die Sprechhaltung ging von unten nach oben, in die Vertikale also. Eine bloße Information oder Beschreibung von Vorgängen ohne Sinndeu-tung des Geschehens war so wenig denkbar wie die Trennung von sakraler und profaner Welt, von rationaler und arationaler Erfahrung. Der biblische Psalm spricht aus einem Ganz-heitsbewußtsein und in einer Ganzheitsbezogenheit, die wir in der Neuzeit verloren haben.

Wie kann heute einer Psalmen singen?
Man muß sich die ganz andere Bewußtseinslage des alttestamentlichen Sprechers verdeutli-chen, um die Schwierigkeiten heutiger Psalmdichter zu verstehen. Dann wird man sich wun-dern darüber, daß überhaupt noch Psalmen entstehen und daß sie sehr viel mehr vorkommen, als der Leser von Zeitungen und Empfänger von Nachrichten erfährt.
Wie soll einer Psalmen singen in einer von Information und Werbung aufgeblähten Sprach-welt? Wie soll man Gott in poetisch-mythischen Bildern anreden, wenn selbst Theologen mythische Gottesvorstellungen als gestrig, als Ausdruck eines vorwissenschaftlichen Weltbil-des erklären? Kann das Gedicht ohne mythische Rede überhaupt auskommen? Muß dann nicht die Rede flächig werden wie unsere asphaltierten Straßen, flächig und tot? «Es ist sehr weit / zu den Gesichtern der Heiligen / und dem Altartuch» schreibt der Berliner Rainer Mal-kowski in seinem Gedicht «Verlassene Wallfahrtskirche» (1975). «Ob Gott an mich glaubt?» fragt verschämt das lyrische Ich als «Bittgänger außerhalb der Saison».
Und dann ist da das alte Theodizeeproblem, die Last der Geschichte und der eigenen Erfah-rungen. Warum geschieht soviel Unrecht, Gewalt, Morden, Unterdrückung des Ohnmächti-gen, wenn Gott sich um diese Welt kümmert? Warum darf der Mächtige immer mächtiger und der Reiche immer reicher werden? Ist Gott alt geworden, ohnmächtig oder desinteres-siert? Und wo bleibt die Solidarität der Christen? Die Frage reicht von Brecht und Benn bis Ernst Jandl und Eberhards Meckels «Napalm»-Anfrage. Es gibt ironische, satirische und blasphemische Absagen nicht nur bei Kurt Tucholsky, Bert Brecht, Peter Rühmkorf, Günter Kunert.
Die Psalmisten im Alten Testament hatten Teil an prophetischer Rede. Sie sprachen Kriterien einer im Glauben erfahrenen Wahrheit und Wirklichkeit ins Volk hinein. Die Doppelgliedrig-keit der psalmistischen Aussage(parallelismus membrorum) ergab sich fast notwendig in einer Hörkultur. Sucht man nach einer brauchbaren Definition für die Gattungsbestimmung des Psalms, so könnte man im Blick auf unsere neueren Psalmen sagen: Ein Psalm ist ein religiöses Gedicht in freien Rhythmen, das eine Anrufung (des) Gottes enthält. Damit ist er formal unterschieden von der metrischen (griechischen) Ode und vom gereimten (deutschen) Lied, inhaltlich vom nicht spezifisch religiösen Gedicht. Was definitorisch eindeutig erscheint, ist freilich an den Rändern des Gattungsspektrums offen. Der Psalm ist sowohl offen zum Lied wie zur Ode, das religiöse vom nichtreligiösen Gedicht manchmal nur schwer zu unterscheiden. Viele dichterische Psalmen sind literarisch ungeübten Ohren schwer ver-ständlich, manchmal geradezu hermetisch (Celan). Die Literatursprache hat sich seit den Tagen des Barock weit von der Alltagssprache entfernt. Erst in jüngster Zeit gibt es wieder Annäherungen. Nur wenige der neuen dichterischen Psalmen werden Gemeindepsalmen werden können. Sie sind als Individualpsalmen geschrieben. Aber ihre Repräsentanz ist beträchtlich.
In der Literaturhistorie und Literaturkritik hat man in den vergangenen Jahrzehnten nicht eben auf religiöse Aussagen aufgemerkt. Auf der anderen, religiös-christlichen Seite hat man das Religiöse in literarischen Texten kaum wahrgenommen. Erst in jüngster Zeit orientieren sich Christen neu an weltlicher Literatur. Sie begreifen, daß dort immer noch das Spannungs-feld von Glaube und Bewußtsein, von Wirklichkeit und Erkennen verhandelt wird.

Ich suchte und fand Psalmen
Ich habe über Jahre Psalmen deutschsprachiger Dichter im 20. Jahrhundert gesammelt. Er-nesto Cardenal der Bruder, Pfarrer, Lyriker aus Nicaragua seit Oktober 1977 aus seinem Land vertrieben , löste mit seinen lateinamerikanischen Psalmen «Zerschneide den Stachel-draht» (Jugenddienst-Verlag, Wuppertal) meine Aufmerksamkeit aus. Ich suchte und fand Psalmen von kirchlich ungebundenen, jüdischen, christlichen Autoren. Es war meine Ab-sicht, die Gattung Psalm neu zu entdecken und dem deutschen Leser vorzustellen als eine Dokumentation des literarischen und religiösen Geistes im 20. Jahrhundert. «Gott ist tot» heißt seit den Jahren der Französischen Revolution die eine religiöse Aussagerichtung der deutschen Literatur; «Gott lebt» die andere. Gott lebt im Roman. Gott lebt in der Lyrik. Gott lebt in den Psalmen. In Dornbuschbildern und in der Abfallwelt.
ich bin verrückt
mit geschlossenen augen
flieh ich die straß hinunter
singe laut deinen namen der namen,
ich bin verrückt
die sohlen die stimmen
surren motoren auf halbem gas
rattert die straßenbahn laut deinen namen der
namen
ich bin verrückt
ich habe die schuhe ausgezogen
barfuß geh ich neben den autos im feuer… (Ernst Eggimann)

Kurz, Paul Konrad: Der Psalm, die vergessene literarische Gattung, in: Orientierung 15/16 (1978), S. 162-164

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